Peking



Nun war es also so weit, ich war in Peking.
Beruflich natürlich, kein Urlaubstripp, sondern eine ganz normale Dienstreise.
Obwohl normal trifft es nicht wirklich, denn für einen Europäer ist Peking alles Andere als Normal.
Hier war das Leben schon aufregend, ganz anders als in unsere behüteten Welt.
Die Menschen in China sind zwar sehr freundlich und hilfsbereit, deutlich hilfsbereiter,
als es Menschen bei uns in Deutschland je sein werden; aber diese Stadt ist so enorm groß.
Es gibt wenig Ruhe in den Straßen, da überall Chinesen um einen herum wuseln,
die oft ganz einfache Aufgaben haben. Einer von ihnen z.B. war nur dazu da,
die Haustür zu öffnen. Andere bewachten die Anlage, und bei meiner Ankunft waren
drei Menschen nötig um mich zu meinem Zimmer zu geleiten.
Man hatte den Eindruck das Jeder zwar einen Job hat, aber Keiner eine Perspektive für die Zukunft.
Überall sah man riesige, heruntergekommene Hochhäuser, in denen die normale Arbeitergesellschaft
zu wohnen schien. Müll verdreckte die Straßen, und die enorm schlechte Luft konnte schon an die Nieren gehen.
Da nur sehr wenige Chinesen Englisch sprechen ist es ohne fremde Hilfe kaum möglich sich in Peking zu bewegen.
Alles außerhalb einer Hotelanlage muß geplant, oder sollte in einer Gruppe unternommen werden, andernfalls
wird man hier schnell an unüberwindbare Grenzen stoßen.
So wollte ich einfach nur wissen, wo der nächste Geldautomat ist.
Nachdem ich 5 Minuten mit einem netten älteren Herrn sprach, der kein Wort verstand,
rief er seinen jüngeren Kollegen. Dieser widerrum spach weitere 5 Minuten mit seinem Funkgerät.
Danach meldete sich eine nette junge Stimme aus dem Funkgerät auf Englisch,
die mir versicherte, ich solle einfach nach Rechts gehen.
Nach 15 Minuten ging ich also nach Rechts, worauf plötzlich der ältere Herr hinter mir her lief, um mich aufzuhalten.
Nach 5 weiteren Minuten kam dann die nette Stimme, in Person einer jungen Frau, um die Ecke,
entschuldigte sich unterwürfig dafür, das sie Rechts mit Links verwechselt hatte, und ließ mich ziehen.
Der Rest war einfach: Der Automat war genau 45 Sekunden vom Startpunkt entfernt, und ich nahm mir vor beim
nächsten Mal nur noch in wirklichen Notsituationen Jemanden um Hilfe zu bitten.
Es war schon sehr skuril, aber auch sehr interessant zu sehen, wie viel Mühe und Zeit man aufwendete, um mir
zu Helfen. Diese Menschen sind nicht nur enorm hilfsbereit, sondern versuchen gestellte Aufgaben unbedingt
zu erfüllen, was sicher an der Erziehung liegt.
Auch das "Essen gehen" war sehr interessant, besonders das "HOT POT" Essen.
Man sitzt an einem Tisch mit einer größen Schüssel, die von unten erwärmt wird, in der Mitte.
Es kommt zunächst eine Grundsubstanz hinein, z.B. ein Lammschwanz für Lamm Geschmack.
Nun bestellt man verschiedenes Fleisch und Gemüse, was dann wiederum in dieser Brühe gegart wird.
Der Geschmack ist je nach Grundsubstanz ja noch ganz in Ordnung, aber das Ganze sieht wirklich
mehr als unappetitlich aus.
Auf dem Nachtmarkt hingegen bekommt man jede Art von Insekt am Spieß, unter anderem auch Skorpion,
auch dies ist ein Mahl, welches man sich als Europäer durchaus ersparen kann,
in jeden Fall aber ist es spannend anzuschauen.
Es gibt aber auch gewohntes Essen in Peking, und die etwas teurere Peking Ente ist wirklich sehr lecker.
Sie wird in feineren Restaurants am Tisch zerlegt, was schon sehr kunstvoll aussieht.
Peking ist wirklich in jeder Hinsicht anders als jede Stadt, die ich je sah:
Alles ist sehr groß und gewöhnungsbedürftig, und es gibt kaum Etwas, das vergleichbar wäre mit Deutschland;
nicht einmal die Zählweise. So bedeutet unsere 2, mit den Fingern gezeigt, auf chinesisch 8.
Trotz mancher Schwierigkeiten muß ich sagen, das ich froh bin dort gewesen zu sein, denn wir Europäer
können von den Chinesen noch so Manches lernen in Punkto Höflichkeit, vor allem aber im Umgang miteinander.
In diesem Sinne
zài jiàn